Carls Lernwerkstatt Kyritz

Gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg.

Die Weigerung, zur Schule zu gehen – phasenweise oder dauerhaft – ist in Deutschland längst nicht mehr eine Ausnahmeerscheinung, sondern hat in den letzten Jahren nach Meinung von einigen Experten extrem zugenommen.

Carls Lernwerkstatt Kyritz ist ein Kooperationsprojekt der Carl-Diercke-Schule in Kyritz, um Schulverweigerern einen Schulabschluss zu ermöglichen. In Kooperation mit dem Schulamt Perleberg, dem Jugend- und Betreuungsamt des Landkreises Ostprignitz-Ruppin und der STATTwerke e.V.  will Carls Lernwerkstatt mit produktionsschulpädagogischem Ansatz schulpflichtigen Schülern mit alternativen (unschulischen) Lehrformen zu einem Abschluss führen. Vorrangiges Ziel des Projektes ist es, mit der Lernwerkstatt denjenigen Schülern ein geeignetes Bildungsangebot zu unterbreiten, die sich dem schulförmigen Lernen entzogen und verfestigte Strategien der Misserfolgsvermeidung entwickelt haben. Oberste Zielsetzung ist es, für 12 Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgangstufen 7/8 mit erheblichen bzw. multiplen Benachteiligungen (emotionalen, sozialen Benachteiligungen und schulischen Problemlagen) Unterstützungsangebote in der Schule vorzuhalten, um Schulmüdigkeit zu begegnen und eine drohende Schulverweigerung zu vermeiden. Dabei steht im Fokus, dass die Schüler im Klassenverband verbleiben und nur für einen begrenzten Zeitraum oder für einzelne Phasen herausgelöst werden. Eine (Re-) Integration in die Klasse geschieht, wenn eine persönliche und soziale Stabilisierung der Schüler erfolgt ist und sie in ihren sozialen und persönlichen Kompetenzen gestärkt sind.

In der Lernwerkstatt stehen folgende Ziele im Vordergrund:

  • Erwerb eines Hauptschulabschlusses/ Berufsbildungsreife
  • Sinnstiftung und Persönlichkeitsentwicklung
  • Herausarbeiten eigener Stärken und Kompetenzen, Förderung eines positives Selbstwertgefühls
  • Teilhabe an Normalität; weg von Langeweile, Gewalt oder „Null-Bock“ auf Lernen
  • Zugang zu einem strukturierten Tagesablauf (pünktlich kommen, Einhalten von Pausenzeiten, geregelte Abläufe)
  • Entwicklung neuer Lernbereitschaft, Zugang zu strukturiertem Lernen
  • Weiterentwicklung personaler Schlüsselkompetenzen, wie Durchhaltevermögen Konzentrationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit
  • Akzeptanz vorhandener Strukturen der Arbeitswelt
  • Berufsorientierung und Übergänge in die Berufsausbildung bzw. Arbeitswelt, geschlechteruntypische Berufswahlunterstützung
  • Soziales Lernen: Entdecken und Lernen von Eigenverantwortung, aber auch der Verantwortung für andere
  • Steigerung der emotionalen und sozialen Kompetenz
  • Abbau schulischer Defizite
  • Förderung praktischer Fähigkeiten im Sinne des ganzheitlichen Lernens auf Grundlage der Prinzipien einer Produktionsschule
  • Jungenspezifische Angebote/ Jungenarbeit

Das Setting umfasst einen Ganztagsbetrieb mit einer projekteigenen Wochenstruktur.

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